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Text zum Zyklus „Deutsche Märchen reloaded“
Von Birgit Kremer, Kunsthistorikerin, April 2018

Märchen wurden in allen Kulturkreisen zunächst für Erwachsene erschaffen und mündlich tradiert. Sie sind sehr alt und reichen weiter zurück als alle anderen literarischen Formen der Menschheitsgeschichte. Stets trugen sie auch sozialrealistische Züge und spiegelten die jeweiligen zeitgenössischen gesellschaftlichen Randbedingungen ihrer Entstehungszeit wider. Im Gegensatz zu Legenden und Sagen waren Märchen frei erfunden und dienten in moralischer Hinsicht als Orientierungshilfe und Wegweiser. Erst später wurden Märchen auch als Erziehungshilfe für Kinder benutzt. Ihr zeitloser und allgemeingültiger Charakter machten sie ubiquitär. Erst mit der schriftlichen Niederlegung durch die Gebrüder Grimm und ihrer erstmalige Veröffentlichung im Jahr 1812 erstmals erhielten Märchen ihr gutes Ende.

Und wenn sie nicht gestorben sind … diesen Erzählfaden hat die Künstlerin Gudrun Daum in ihren aktuellen Arbeiten aufgegriffen und mit expressiven Farben und ebenso lebhaftem wie energischem Duktus malerisch bis in das
21. Jahrhundert weitergesponnen. Wie die ursprünglichen Märchen sind die Märchenbilder der Malerin frei erfunden und bilden wie diese die heutige gesellschaftliche Realität ab. Da ist ein Sterntaler, ein junges Mädchen, das angesichts der Unglaublichkeit des Sternenregens das Geschehen mit ihrem Handy aufnimmt und so dokumentiert. Ein Aschenputtel als Punkerin mit Stachelhaaren, auf dessen Schulter eine Taube sitzt, Schneewittchen als Bikerin und Rotkäppchen im Hoodie. Mit geradezu schlafwandlerischer Sicherheit hat Gudrun Daum die Märchenfiguren ihrer Kindheit auf eine Zeitreise in das Heute mitgenommen und sie in die Gegenwart des 21. Jahrhunderts transponiert. Entstanden sind sensible Porträts von zumeist jungen Mädchen an der Schwelle zum Erwachsenwerden, die deren Verletzlichkeit und Fragilität ahnen lassen. Gleichzeitig werden jedoch auch deren Verstörung und innere Rebellion angesichts einer ungewissen, dabei von einem noch unbekannten Zauber verhüllten Zukunft spürbar. Im Gegensatz zu vielen ihrer anderen Arbeiten ist bei diesen Märchenporträts die Auflösung der Gegenständlichkeit nur angedeutet. Die leichte Abstraktion lässt den Figuren ihr Geheimnis und führt so die zeitlose Gültigkeit von Märchen eindrucksvoll vor Augen. Dem künstlerischen Gespür wie dem künstlerischen Können von Gudrun Daum verdanken Sterntaler, Aschenputtel, Rotkäppchen und die anderen, dass sie trotz ihrer überzeugenden bildnerischen Präsenz das bleiben, was sie seit jeher waren: märchenhaft.


Gudrun Daum malt die 2.0-Version von Grimms Märchen-Heldinnen
Mehr unter: https://azol.de/50894171
Augsburger Allgemeine vom 18.04.2018


„Tatsächlich spielt Farbe unter den Techniken die gewichtigste Rolle in dem interessanten Wettbewerb, ob figural, abstrakt oder in beiden Bereichen vermischt. Bei Gudrun Daum sind Frauengesichter expressiv in starke Farbströme – Acryl auf Leinwand – eingewoben; in „Frühlingserwachen“ spielt die Farbe sogar eine „wörtlich“ genommene Rolle, wenn von oben Farbströme sich auf eine noch blasse kniende Figur ergießen und sie zum Leben erwecken.“ Augsburger Allgemeine vom 24.08.2016


Pressebericht in der Augsburger Allgemeinen vom 6. Mai 2016 über die große Werkschau von Gudrun Daum im Kleinen Schloss Türkheim

http://www.augsburger-allgemeine.de/mindelheim/Jedes-Bild-erzaehlt-eine-Geschichte-id37689892.html


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Landsberger Tagblatt vom 16.3.2016


„Im wahrsten Sinne des Wortes „schreiend“ sind zwei bestechende Arbeiten von Gudrun Daum. Inspiriert von Sportlerinnen zeigen „Crossfit I und II“ expressive Frauengesichter mit weit geöffnetem Mund.
Kreisbote Landsberg vom 13.1.2016


“Anziehend und gleichzeitig verstörend wirkt das Gemälde, mit dem vermutlich Claudius’ Gedicht „Der Tod und das Mädchen“ nachempfunden wurde. Ein blütenbekränztes Kind, licht und hell, in freundlichen Farben gemalt, sitzt vor einem Berg aus Totenschädeln und spielt mit einem davon. Dieser eine wirkt freundlich und ansprechend und scheint das Mädchen zu locken. Die Grenze zwischen den Räumen Leben und Tod ist in Auflösung begriffen.“
Augsburger Allgemeine vom 24.9.2014


„Zur Jubiläumsausstellung hatten 126 Künstler insgesamt 327 Arbeiten eingereicht. Wichtigstes Kriterium bei der Auswahl der 50 präsentierten Arbeiten war die künstlerische Leistung…der abstrahierenden Kunst ist das Bild „Besetzt“ von Gudrun Daum zuzuordnen, auf dem man ein Liebespaar beobachten kann.“
Fürstenfeldbrucker Merkur vom 14.10.2013


„…dass dies gelingen wird, ist sicher: Zum Beispiel mit den meist großformatigen Werken von Gudrun Daum aus Kaufering. Zwei ihrer Bilder wurden gerade für den Kunstpreis des Landkreises Fürstenfeldbruck nominiert. Die Künstlerin hält Szenen aus dem Leben in kräftigen, spielerisch harmonisierenden Farben fest. Der Augenblick werde durch Vermalen und Abstrahieren herausgearbeitet und festgehalten…“
LT vom 21.9.2013


„…schwelgt Gudrun Daum in einem Rausch von Farben…“
LT von 2008


„Gudrun Daum lässt in beeindruckender Manier Gesichter auf die Reise gehen, hat unter anderem mit grobem Pinselstrich „Emotion“ gezaubert.“
LT vom 5.10.2007